PCOS

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) verursacht Zyklus- und Hormonstörungen. Erfahren Sie mehr über Symptome und Behandlung.

aus zweimach

PCOS: Häufige hormonelle Störungen mit vielfältigen Symptomen

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine häufige hormonelle Störung bei Frauen im gebärfähigen Alter und betrifft schätzungsweise 10 bis 13 Prozent im reproduktiven Alter.1 Doch welche Ursachen liegen dem PCOS zugrunde, welche Anzeichen sind typisch und welche Therapien stehen zur Verfügung? Außerdem wird erläutert, wie das PCO-Syndrom den Wunsch nach einem Kind beeinflussen kann. Im nachfolgenden Text werden diese Fragen umfassend beantwortet und ein Überblick über das Krankheitsbild gegeben.

Was ist das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS)?

PCOS ist eine hormonelle Störung, die sich häufig bei Frauen im Alter von etwa 20 bis 30 Jahren manifestiert. Typische Merkmale sind unregelmäßige Menstruationszyklen sowie ein erhöhter Spiegel männlicher Geschlechtshormone (Hyperandrogenismus). Bei der gesunden Frau reift pro Zyklus üblicherweise ein Follikel (Hülle der heranreifenden Eizelle) heran. Bei PCOS liegen oft viele kleine randständig und perlschnurartig angeordnete unreife Follikel („polyzystisch“) vor, was sich bei einer Ultraschalluntersuchung zeigen kann.2

Welche Ursachen stecken hinter PCOS?

Das PCO-Syndrom ist eine komplexe Erkrankung mit verschiedenen Ursachen, deren genaue Entstehung bislang nicht vollständig verstanden ist. Ein zentraler Faktor scheint die Insulinresistenz zu sein, die zu einem hormonellen Ungleichgewicht führt. Zusätzlich wirken genetische Veranlagungen, hormonelle Einflüsse sowie der Lebensstil auf die Entwicklung der Erkrankung ein. Übergewicht und Fettleibigkeit erhöhen das Risiko, an PCOS zu erkranken, und können die Symptome verschlimmern. Weitere Informationen zu den einzelnen Risikofaktoren finden Sie hier:3,4

Verschiedene genetische Veränderungen werden mit dem Auftreten von PCOS in Verbindung gebracht. Diese Mutationen beeinflussen die Hormonproduktion u.a. in den Eierstöcken und können die Regulation des Menstruationszyklus stören5. Besonders dann, wenn PCOS bereits familiär vorkommt, ist das Risiko erhöht.1

Ein ungesunder Lebensstil, geprägt von schlechter Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht, kann das Risiko für die Entwicklung von PCOS steigern. Zudem spielt ein gestörter Insulinstoffwechsel, der häufig mit solchen Lebensgewohnheiten einhergeht, eine wichtige Rolle bei Entstehung und Ausprägung des Syndroms.

Das Zusammenwirken dieser Faktoren führt häufig zu einem hormonellen Ungleichgewicht, das den weiblichen Menstruationszyklus beeinträchtigt. Insbesondere eine veränderte Balance der zyklussteuernden Hormone LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon) spielt eine entscheidende Rolle: Ein im Verhältnis zu FSH erhöhter LH-Spiegel fördert die Produktion männlicher Geschlechtshormone (Androgene) in den Eierstöcken, was den Eisprung verhindern kann. Zusätzlich kann eine Insulinresistenz diesen Vorgang verstärken, da erhöhte Insulinspiegel die Androgenbildung weiter anregen und somit typische Symptome des PCOS verschärfen.

Symptome & Beschwerden: Wie äußert sich PCOS?

PCOS äußert sich durch eine Vielzahl hormoneller und metabolischer Symptome. Zu den am häufigsten beobachteten Beschwerden zählen:2,3

Zyklusstörungen können sich unterschiedlich zeigen. Die Menstruation kann selten auftreten oder über mehrere Zyklen ganz ausbleiben (Oligo- oder Amenorrhö), da der Eisprung seltener oder gar nicht erfolgt.

Ein verstärkter Haarwuchs tritt an typischen männlichen Körperstellen wie Gesicht, Brust oder Rücken auf.

Eine gesteigerte Androgenproduktion regt die Talgdrüsen an, was zu fettiger Haut und hartnäckigen Hautunreinheiten führt.

Ein Überschuss an männlichen Hormonen in Kombination mit genetischen Faktoren verursacht häufig Haarausfall am Kopf.

Der Körper reagiert vermindert auf Insulin, was zu erhöhten Blutzuckerwerten führt und das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöht.

Wenn die Eierstöcke selten oder keinen Eisprung auslösen, kann dies zu Unfruchtbarkeit führen und die natürliche Empfängnis erschweren.

Viele Frauen mit PCOS neigen zu einer leichteren Gewichtszunahme, und Übergewicht kann die hormonelle Dysbalance zusätzlich verstärken.

Häufig treten begleitend Angststörungen, depressive Verstimmungen oder eine erhöhte psychische Belastung auf. Oft erleben Frauen mit PCOS eine erhebliche Einschränkung ihrer Lebensqualität.

Diagnose des polyzystischen Ovarialsyndroms

Gynäkologinnen diagnostizieren PCOS anhand spezifischer Kriterien, die in der Rotterdam-Klassifikation definiert sind. Demnach wird die Erkrankung festgestellt, wenn mindestens zwei der folgenden Merkmale erfüllt sind:2,6

Betroffene Frauen erleben seltene oder über mehrere Zyklen ausbleibende Menstruationsblutungen (Oligo- oder Amenorrhö), was auf eine Zyklusstörung hinweist.

Dazu zählen äußere Merkmale wie verstärkter Körperhaarwuchs (Hirsutismus), Akne oder Haarausfall. Außerdem kann eine Blutuntersuchung erhöhte Werte männlicher Sexualhormone nachweisen.

Eine Ultraschalluntersuchung zeigt häufig vergrößerte Eierstöcke mit zahlreichen kleinen, unreifen und am Rand angeordneten Follikeln. Diese sogenannte „Perlschnur“-Struktur kann ein typisches Merkmal von PCOS sein.

Da das PCO-Syndrom in verschiedenen Formen auftreten kann, schließen Ärztinnen und Ärzte zunächst andere hormonelle Erkrankungen aus. Dazu zählen beispielsweise das Late-Onset-Adrenogenitale Syndrom (AGS) sowie das Cushing-Syndrom.

Wichtig zu beachten:
Trotz des Namens müssen nicht zwangsläufig zystische Veränderungen an den Eierstöcken vorhanden sein, um PCOS zu diagnostizieren. Auch wenn im Ultraschall keine Zysten sichtbar sind, kann die Erkrankung vorliegen, sofern andere diagnostische Kriterien erfüllt sind!

PCOS behandeln: Welche Therapien können helfen?

PCOS ist zwar nicht heilbar, doch verschiedene Behandlungsansätze können die Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern. Die Therapie wird individuell an die Beschwerden und mögliche Begleiterkrankungen angepasst:2,4,11

Eine Gewichtsabnahme durch ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität kann den Hormonhaushalt positiv beeinflussen, den Eisprung fördern, die Insulinresistenz verringern und den Androgenspiegel senken.

Die hormonelle Behandlung richtet sich nach dem Kinderwunsch.

Ohne Kinderwunsch können kombinierte hormonelle Präparate, die Gestagen und Östrogen enthalten, helfen Hirsutismus, Akne und Haarausfall zu reduzieren.

Bei bestehendem Kinderwunsch kommen Stimulationstherapien, beispielsweise mit Aromatasehemmern, zum Einsatz.

Medikamente aus der Gruppe der Biguanide verbessern die Insulinempfindlichkeit, senken den Androgenspiegel und regulieren den Menstruationszyklus. Sie können zudem bei der Gewichtsreduktion unterstützen, sind jedoch häufig mit Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden verbunden. Auch wenn diese Anwendung für PCOS nicht offiziell zugelassen ist, kann sie im individuellen Fall als möglicher Therapieansatz in Betracht gezogen werden. Die Beurteilung und Entscheidung erfolgen durch die behandelnde Ärztin bzw. den behandelnden Arzt.

Beim laparoskopischen ovariellen Drilling (LOD) werden gezielt kleine Bereiche der Eierstöcke entfernt oder verödet, um den Eisprung anzuregen. Dieser minimalinvasive Eingriff, bei dem über die Bauchdecke mittels eines kleinen Schnittes und dem Laparoskop operiert wird, wird nur durchgeführt, wenn andere Therapien keinen Erfolg zeigen.

Methoden zur Haarentfernung wie Laser oder Epilation sowie dermatologische Behandlungen können helfen, die ästhetischen Folgen des erhöhten Androgenspiegels zu mildern.

myo-Inositol bei PCOS 6, 10

Dieser Botenstoff ist an wichtigen Körperprozessen beteiligt, unter anderem an der Wirkung von Insulin und des follikelstimulierenden Hormons (FSH). Insulin steuert den Zuckerstoffwechsel, während FSH wichtige Funktionen der Eizelle fördert.

Myo-Inositol kann dazu beitragen den Hormonhaushalt zu regulieren und den Mangel in der Folikelflüssigkeit ausgleichen.

 

Gesdine® enthält myo-Inositol und ist ein Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke, das zum Diätmanagement von Frauen mit Fertilitätsstörungen wie z.B. PCOS entwickelt wurde.

Kinderwunsch und Schwangerschaft bei PCOS

Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom leiden häufig unter unregelmäßigen Eisprüngen, was zu Zyklusstörungen [Linkziel: / themenbereich/es-klappt-nicht/] führt und eine der häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit darstellt.1 Dennoch gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft erhöhen können.

Zur gezielten Stimulation des Eisprungs werden unterschiedliche Medikamente eingesetzt. Aktuell gilt ein Aromatasehemmer als bevorzugtes Mittel zur Auslösung des Eisprungs (Ovulationsinduktion), da er die Reifung der Follikel unterstützt. Alternativ wird häufig Clomifen-Citrat verschrieben, um den Eisprung zu fördern. Eine weitere Behandlungsoption ist die In-vitro-Fertilisation (IVF), die insbesondere dann in Betracht gezogen wird, wenn zusätzliche Faktoren wie eine verminderte Spermienqualität vorliegen.4,8

 

Gesdine®
Das Präparat Gesdine® enthält myo-Inositol und Folsäure und kann zur Regulierung des Menstruationszyklus bei PCOS beitragen sowie einen regelmäßigen Eisprung unterstützen.10

Mehr zu Gesdine®

 

PCO-Syndrom: Tipps für den Alltag

Ein gesunder Lebensstil trägt dazu bei, die Symptome von PCOS zu mildern und das hormonelle Gleichgewicht zu fördern. Insbesondere eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität sind hierbei von großer Bedeutung:4,9

Häufig gestellte Fragen zum Thema PCOS

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) führt oft zu Zyklusstörungen, vermehrtem Haarwuchs, Akne, Haarausfall und Gewichtszunahme. Häufig ist bei betroffenen Frauen auch die Fruchtbarkeit eingeschränkt.1,2

PCOS ist nicht heilbar und bleibt in der Regel ein Leben lang bestehen. Durch gezielte Maßnahmen lassen sich jedoch die Symptome lindern und der Hormonhaushalt verbessern. Eine gesunde Lebensweise, die Unterstützung mit myo-Inositol sowie gegebenenfalls hormonelle Therapien können den Menstruationszyklus regulieren und Beschwerden reduzieren.2,4

Die Diagnose PCOS wird gestellt, wenn mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllt sind: seltene oder über mehrere Zyklen ausbleibende Eisprünge (Anovulation) bzw. Menstruationsblutungen (Oligo- oder Amenorrhö), erhöhte Werte männlicher Sexualhormone bzw. sogenannte Androgenisierungserscheinungen und/oder eine vermehrte Zystenbildung an den Eierstöcken. Da PCOS eine Ausschlussdiagnose ist, sollen andere hormonelle Erkrankungen ausgeschlossen werden.2,4

Bei PCOS sind häufig die männlichen Sexualhormone wie Testosteron und Dehydroepiandrosteron (DHEAS) erhöht. Das Luteinisierende Hormon (LH) ist im Verhältnis zum Follikelstimulierenden Hormon (FSH) erhöht, während das Sexualhormonbindende Globulin (SHBG) oft erniedrigt ist. Zusätzlich können Werte wie Prolaktin, Blutzucker und Cholesterin verändert sein.2

  1. World Health Organization. Polycystic ovary syndrome. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/polycystic-ovary-syndrome (letzter Zugriff 10.02.2026).
  2. Gelbe Liste. Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS). Verfügbar unter: https://www.gelbe-liste.de/krankheiten/polyzystisches-ovarialsyndrom-pcos (letzter Zugriff 25.02.2025).
  3. Thieme – via medici. Amenorrhö. Verfügbar unter: https://viamedici.thieme.de/lernmodul/5987556/4954754/amenorrh%C3%B6#_940192FD_11AD_4D8E_BCCD_49855538BC12 (letzter Zugriff 25.02.2025).
  4. Siddiqui S. et al. A Brief Insight into the Etiology, Genetics, and Immunology of Polycystic Ovarian Syndrome (PCOS). Journal of Assisted Reproduction and Genetics, 2022, 39 (11): 2439–2473, doi: 10.1007/s10815-022-02625-7.
  5. Khan, M. et. Al. Genetic Basis of Polycystic Ovary Syndrome (PCOS): Current Perspectives. Applied Clinical Genetics, 2019, 12: 249-260. doi: 10.2147/TACG.S200341.
  6. Borzan V, Mayr A & Obermayer-Pietsch B. Das polyzystische Ovar-Syndrom – Entstehung, Behandlung und neue Erkenntnisse. Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel, 2021, 14: 81–87. doi: 10.1007/s41969-021-00135-y.
  7. Mayo Clinic Press. Can You Have Polycystic Ovarian Syndrome – Without Ovarian Cysts? Verfügbar unter: https://mcpress.mayoclinic.org/women-health/can-you-have-polycystic-ovarian-syndrome-without-ovarian-cysts/ (letzter Zugriff 25.02.2025).
  8. Teede H, Misso M, Costello M et al. Recommendations from the international evidence-based guideline for the assessment and management of polycystic ovary syndrome. Fertility and Sterility, 2018, 110 (3): 264-279. doi: /10.1016/j.fertnstert.2018.05.004.
  9. AOK-Gesundheitsmagazin. Polyzystisches Ovarialsyndrom: Was kann helfen? Verfügbar unter: https://www.aok.de/pk/magazin/familie/schwangerschaft/polyzystisches-ovarialsyndrom-was-kann-helfen/ (letzter Zugriff 25.02.2025).
  10. Egarter C. Myo-Inositol. Gynäkol Endokrinol, 2019; 17(1): 11-15. doi: 10.1007/s10304-018-0223-x.
  11. https://www.gesundheits-lexikon.com/Kinderwunsch/Polyzystisches-Ovar-Syndrom-PCO-Syndrom/Operative-Therapie
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